Immobilienpreise trotz Zinserhöhung leicht gestiegen
Emmanuel Hoffmann

Emmanuel Hoffmann

25.07.2022

Immobilienpreise trotz Zinserhöhung leicht gestiegen

Die Nachfrage nach Wohneigentum bleibt trotz höherer Zinsen vorerst robust. So sind die am Markt bezahlten Preise für Eigenheime im 2. Quartal 2022 mit 0.7% leicht gestiegen, wie der «SWX IAZI Private Real Estate Price Index» zeigt. Zu dieser Preisentwicklung haben Einfamilienhäuser (+0.6%) und Eigentumswohnungen (+0.8%) in nahezu gleichem Ausmass beigetragen. Auch über die vergangenen 12 Monate betrachtet liegt das Wachstum der Transaktionspreise für Wohneigentum mit 5.2% weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt.

«Die wichtigsten Preisfaktoren wie Zuwanderung und Wirtschaftsgang zeigen sich stabil», sagt Donato Scognamiglio, CEO der IAZI AG. Zwar seien die Kosten für die beliebten langfristigen Fix-Hypotheken gestiegen, was die Nachfrage dämpfe. Kurzfristige Geldmarkt-Hypotheken (z.B. SARON) seien aber nach wie vor zu sehr attraktiven Konditionen zu haben. Zudem müssten angehende Käufer aufgrund der bestehenden Finanzierungsrichtlinien bereits heute ein Zinsniveau von rund 5% verkraften können.

Ebenfalls gestiegen ist die Zahlungsbereitschaft für Mehrfamilienhäuser mit 0.8% im 2. Quartal 2022, wie der «SWX IAZI Investment Real Estate Price Index» zeigt. Dies führt auch auf Jahresbasis zu einem weiterhin starken Preiszuwachs von 6.4%. «Vorerst gibt sich der Markt unbeeindruckt. Doch bei den Renditeliegenschaften sehen wir erhöhte Risiken», sagt Donato Scognamiglio, denn steigende Zinsen wirkten sich bei der Bewertung solcher Objekte direkt preissenkend aus. «Immobilien sind als Anlage nach dem Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank nicht mehr alternativlos», so Scognamiglio.

Auch wenn sich die Zinswende vorderhand nicht auf die Immobilienpreise auswirkt, ist mittelfristig von einer Abkühlung auszugehen. Gerade bei geplanten Transaktionen von Mehrfamilienhäusern dürften die Marktteilnehmer im aktuellen Umfeld eine grössere Zurückhaltung an den Tag legen. «Die weitere Entwicklung hängt massgeblich ab von der Teuerung und damit von allfälligen weiteren Zinserhöhungen durch die Notenbanken», sagt Scognamiglio.