Die Schweiz im Umzugsfieber: Knapp 20% der Bevölkerung ist in den letzten 18 Monaten umgezogen

Die Schweiz im Umzugsfieber: Knapp 20% der Bevölkerung ist in den letzten 18 Monaten umgezogen

22.06.2021, Pfäffikon SZ

Das Umziehen hat somit auch in der Coronakrise nicht an Attraktivität eingebüsst. Das geht aus der Umzugstudie von Homegate hervor. Die Hauptgründe für einen Umzug sind der Zusammenzug mit dem Partner, berufliche Gründe und Unzufriedenheit mit dem aktuellen Zuhause. Bei der Suche nach einer neuen Bleibe spielen vor allem der Preis, die Anzahl Räume sowie der Ort die wichtigste Rolle. Die Schweiz ist nach wie vor ein Land der Mieter, mehr als 70% aller Umziehenden sind in eine Mietwohnung gezogen. Am häufigsten wird das neue Zuhause über Online Immobilienportale gefunden. 

Die Umzugsquote in der Schweiz bleibt nach wie vor hoch. In den letzten 18 Monaten hat rund ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung eine neue Bleibe bezogen. Diese Quote war in den letzten 2.5 Jahren relativ stabil. Auch die Coronakrise hatte bisher keine nachhaltigen Auswirkungen auf das Umzugsverhalten. Die Gründe für einen Umzug sind vielfältig, ebenso die Anforderungen an das neue Zuhause, wie aus der Umzugstudie weiter hervor geht.

Die Hauptgründe für einen Umzug sind der Zusammenzug mit dem Partner (18%), berufliche Gründe (15%) und Unzufriedenheit mit dem aktuellen Zuhause (12%). Weitere Gründe sind die Trennung vom Partner (6%) oder erwarteter Nachwuchs (5%). Lediglich 3% geben an, aufgrund des Auszugs der Kinder oder Unzufriedenheit mit dem Vermieter umgezogen zu sein.

Welche Kriterien am wichtigsten?

Die wichtigsten Kriterien bei der Suche nach einer neuen Immobilie sind der Preis (78%), die Anzahl Räume (62%) und der Ort (61%). 55% geben zudem an, nicht auf einen Balkon verzichten zu wollen. Weitere wichtige Kriterien sind die Wohnfläche (48%), die Umgebung (47%) sowie die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel (43%). Am wenigsten gefragt sind die Kriterien Rollstuhlgängigkeit (3%), Altbauten (4%) and Minergie Standard (6%). Bei der Betrachtung des Standorts zeigt sich, dass die meisten Umziehenden bereits vertraut mit ihrer neuen Umgebung sind. 3 von 5 Personen kennen die Umgebung sehr gut. Der Anteil der Personen, die in eine komplett neue Umgebung ziehen, die ihnen gänzlich unbekannt ist, ist allerdings steigend.

Welche Immobilientypen werden bevorzugt?

Nach wie vor sind Mietwohnungen die häufigste Wohnform in der Schweiz. Mehr als 70% aller Umziehenden sind in eine Mietwohnung gezogen. Insbesondere Neubauwohnungen bleiben sehr gefragt. 17% der Umziehenden sind in eine Neubauwohnung gezogen, davon haben 40% explizit nach einer Neubauwohnung gesucht. Ein wichtiger Aspekt ist bei Neubauwohnungen das Preis-Leistungsverhältnis. 41% geben an, dass ihnen das Preis-Leistungsverhältnis wichtiger ist als der Standort der Immobilie. Lediglich für 22% spielt die Region eine entscheidendere Rolle. Für 37% ist beides gleich wichtig.

Online Immobilienplattformen bleiben nach wie vor die häufigste und wichtigste Methode zur Wohnungssuche. Mehr als drei Viertel der Befragten hat diese Möglichkeit genutzt. Über die Hälfte der Befragten hat das neue Zuhause schliesslich auch über eine Immobilienplattform gefunden. Insbesondere geschätzt werden Inserate, bei denen ein Grundriss sowie aussagekräftige Bilder vorhanden sind. Das wichtigste Gerät zur Suche bleibt der Computer. Drei von fünf Personen haben weniger als zwei Monate gesucht, bis sie erfolgreich eine neue Bleibe gefunden haben. Drei Viertel der Befragten haben weniger als sechs Besichtigungen gemacht, bevor sie einen Mietvertrag unterschrieben haben.

Knapp ein Fünftel der Personen, die aus einem Eigenheim ausgezogen sind, haben für den Verkauf einen Makler hinzugezogen. Als häufigste Gründe für das Hinzuziehen eines Maklers werden werden angegeben, dass sich der Verkauf dadurch einfacher gestaltet (36%), weniger zeitintensiv ausfällt (31%) und dass keine eigene Erfahrung im Gebiet des Immobilienverkaufs vorhanden ist (21%). Ein Makler kann dabei helfen, die eigene Immobilie schnell und stressfrei zu vermitteln.

Wie werden Immobilienangebote geteilt?

WhatsApp bleibt der beliebteste Kanal, um spannende Immobilienangebote mit anderen zu teilen. 63% verschicken Links über Whatsapp, 34% versenden Screenshots der Immobilie.
40% suchen gemeinsam nach Immobilien und schauen sich die Inserate auf einem Gerät zusammen an. Die Bedeutung von gedruckten Immobilienanzeigen, beispielsweise in Zeitungen, hat in den letzten Jahr stark abgenommen, lediglich 6% geben an, dass dieses Medium eine Rolle gespielt hat.

Auswirkungen des Coronavirus

Zwei Drittel der Befragten geben an, dass COVID-19 einen Einfluss auf ihre Umzugspläne hatte. 12% sind aufgrund der Lockdown-Situation bei ihrem Partner eingezogen. 11% geben an, dass es Probleme mit Besichtigungen gab, 10% mussten eine Verschiebung ihres geplanten Umzugs in Kauf nehmen. Die Länge des Suchprozess blieb allerdings stabil.

Die Umzugsstudie wurde im Zeitraum vom 22. Februar bis zum 5. März durchgeführt. Es wurden Personen im Alter von 15 bis 79 Jahren befragt, die in den letzten 18 Monaten umgezogen sind.